Kaum ist der Monat rum und das neue Gehalt ist da, bin ich bei dem Cacher-Shops am Stöbern nach Coins, Travelbugs oder anderen Dingen, die wir für unser Freiluft-Hobby gebrauchen können (da bin ich halt typisch Frau
). Immer öfter stoße ich dabei auf kleinste Munitionskisten oder Behälter, die scheinbar nicht größer sind als eine dicke Bohne und entsprechend nur ein klitzekleines Logbuch enthalten können, das ggf. sogar mit einer Pinzette herausgezogen werden muss! Klar geht es beim Geocachen in erster Linie um den Weg zum Ziel, aber ist eine schöne, große Dose mit Tauschgegenständen oder schönen, lustigen und individuellen Reisenden nicht eine schöne Belohnung für die Strapazen? Gerade wenn Kinder mit dabei sind, ist der Weg zweitrangig, da sie doch den “Schatz” suchen – der Weg und die dazugehörenden Hindernisse in Form von Aufgaben, Rätseln oder Wegeschwierigkeiten sind da nebensächlich. Ich ertappe mich auch selbst immer wieder, dass ich darauf gespannt bin, wie die Dose versteckt ist, was für eine Dose der Owner als Final gewählt hat und vor allem: Was ist da drin? (Da kommt halt doch das Kind in mir wieder zum Vorscheinen
)
Grundsätzlich hab ich nichts gegen kleine Dosen, die nur ein Logbuch enthalten, aber müssen diese denn mittlerweile fast überall platziert werden? Ich denke, diese kleinen Dosen sollten den Verstecken vorbehalten sein, wo es wirklich keine Möglichkeit gibt, eine große Dose zu platzieren (z.B. in Innenstädten). Im Wald dagegen gibt es doch zuhauf gute Verstecke – man muss nur etwas schauen! Da sind diese kleinen Dosen doch völlig fehl am Platze! Aber wie kommt es eigentlich zu dem Phänomen?
In der Geocaching-Community macht sich der Unmut über die Cacher-Neulinge breit, die bereits nach dem 2. oder 3. Cache eine Dose legen. Da sie dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit nur diese einfachen Logbuch-Dosen gesehen haben, denken sie, dass dies so sein muss. Aufwendigere Caches werden ja erst später angegangen (zumindest war das bei uns so!). Hinzu kommt, dass kleine, schwarze Filmdosen sich auch schlichtweg besser verstecken lassen – hingehen, Dose ins Versteck packen, Koordinaten ziehen, heimgehen und bei geocaching.com eintragen – FERTIG! Überhaupt ist dann später die Wartung auch wesentlich einfacher und der Owner muss nicht zig Stationen, Reflektoren etc. regelmäßig prüfen. Dass dies einfach pure Faulheit ist, mag ich nicht behaupten. Ich denke eher, dass dies unser heutiger Zeitgeist ist. Alles muss schnell und einfach gehen. Für Ruhe und Genuss muss sich bewusst Zeit genommen werden, sonst wird das nix. Schade, dass dieser Kelch am Geocachen nicht vorüber geht!
Wir haben uns persönlich dazu entschieden, die kleinen Dosen nicht ganz zu ignorieren. Allerdings muss der Ort, an dem sie gelegt sind, uns sehr stark ansprechen oder die Dosen als “Beifang” zu einem größeren ideal liegen. Ich weiß, dass hört sich für die Owner dieser Dosen hart an, denn auch sie werden sich auch mehr oder weniger Gedanken und Mühe bei dem Platzieren ihres Caches gegeben haben, aber unser Ziel ist es immer noch, gemeinsam mit dem Hund in der Natur cachen zu gehen und so die alltäglichen Gassi-Runden für Cindy und uns abwechslungsreicher zu gestalten. Ein einfacher Drive-In (ich sag immer “Drive-By” dazu
), bei dem wir anhalten, die Dose suchen, loggen und dann weiterdüsen, gehört da nicht zu. Grenzwertig sind für uns kleine Filmdosen in einem Waldstück mit zigtausend guten Verstecken – wenn der Weg dahin schön war, sollte als krönender Abschluss auch eine gute Dose liegen!
Es hilft aber nicht, nur zu meckern, sondern man muss unserer Erfahrung nach auch aufzeigen, wie es anders geht. Deshalb legen wir obige Ansprüche auch bei den Caches zugrunde, die wir selbst legen. Nicht nur wir wollen unseren Spaß beim Legen und verfolgen der Suchen haben, sondern die Cacher sollen auch ein schönes Erlebnis bei ihren Touren zu unseren Dosen erleben!
Um abschließend nochmal zur Ausgangsfrage zu kommen: Ich denke nicht, dass die Dosen ein Fluch sind, eher ist es die Unerfahrenheit (vielleicht auch die Faulheit) und teilweise auch das fehlende Nachdenken des Owners die Ursache, dass diese kleinen Dosen derzeit so ins Schussfeld geraten.
In diesem Sinne: Bis bald im Wald!